Glasfaserschnitzel sind kurze Abschnitte von Glasfasern, die nicht als Lage laminiert, sondern wie ein Pulver ins angemischte Harz gerührt werden. Im Handel gibt es sie geschnitten, meist 3 oder 6 mm lang, und gemahlen mit Längen um 0,2 mm. Die gemahlene E-Glasfaser des Fachhändlers R&G etwa ist nach Herstellerangabe 9 bis 14 µm dick, im Mittel 230 µm lang und mit einer Silanschlichte versehen, die die Haftung zum Harz verbessert.

Anders als Microballons oder Thixotropiermittel machen Glasfaserschnitzel eine Masse nicht leicht oder nur standfest, sondern fest: Faserige Füllstoffe verbessern nach R&G Zug-, Druck- und Biegefestigkeit und das Bruchverhalten. Der Preis ist das Gewicht – Glas ist mit rund 2,5 g/cm³ etwa doppelt so dicht wie Harz – und eine geringere Fließfähigkeit. Wie viel in die Mischung gehört, hängt von Faserlänge und gewünschter Konsistenz ab: Für eine breiige Masse nennt R&G je 100 g angemischtes Epoxid (Harz L plus Härter L) 50 g Schnitzel von 6 mm, 65 g von 3 mm oder 80 g gemahlene Faser. Das sind Herstellerangaben für ein bestimmtes Harz, kein allgemeiner Füllgrad.

Eingesetzt werden sie dort, wo eine Spachtel- oder Klebemasse mittragen soll: in Hohlkehlen, in der Kupplungsschicht, die R&G im klassischen Formaufbau hinter der Deckschicht vorsieht, und bei kleinen Reparaturen an GFK-Laminaten. Für die Kupplungsschicht im Formenbau mischt R&G Glasfaserschnitzel und Baumwollflocken zu gleichen Teilen. Mengen, Kennwerte und die übrigen Füllstoffe stehen auf der Werkstoffseite.

Im Detail

  • Geschnitten oder gemahlenLängere Schnitzel dicken stärker an: Für dieselbe breiige Konsistenz braucht es nach der R&G-Rezepturtabelle 50 g Schnitzel von 6 mm, aber 80 g gemahlene Faser je 100 g angemischtes Harz. Welche Form passt, entscheidet die Aufgabe – und das Datenblatt des Harzes.
  • Fertige MischungenEs gibt Mischfüllstoffe aus losen Schnittglasfasern und weiteren Füllstoffen. WEST SYSTEM gibt für seine Mischung 402 an, dass sie mit rund 25 Gewichtsprozent in Epoxid eine dicke Paste für kleine, halbtragende Reparaturen, Hohlräume und Schlagschäden an GFK ergibt.
  • Staub beim SchleifenEine mit Glasfasern gefüllte Masse wird beim Schleifen zu Glasfaserstaub wie jedes GFK-Laminat. Es gelten dieselben Regeln: Absaugung, Atemschutz und Hautschutz.

Mehr dazu: Füllstoffe (Microballons, Thixotropiermittel, Baumwollflocken, Glasfaserschnitzel)