Im Bauwesen zählen Langlebigkeit, Gewicht und Korrosionsbeständigkeit – und genau hier punktet GFK. Glasfaserverstärkte Profile rosten nicht, sind deutlich leichter als Stahl und lassen sich in nahezu beliebigen Querschnitten herstellen. Das macht sie zur attraktiven Alternative in Fassaden, Tragwerken und Infrastruktur. Denselben Vorteil nutzt man inzwischen auch im Beton selbst: Bewehrung aus Carbon- oder Glasfaser rostet nicht, weshalb der Anteil der Betondeckung entfällt, der beim Stahlbeton den Korrosionsschutz sichert – und das ist der größte.
Pultrusion: Endlosprofile am laufenden Band
Das wichtigste Verfahren für Bauprofile ist die Pultrusion: Endlose Fasern werden mit Harz getränkt und durch ein beheiztes Formwerkzeug gezogen, wo sie aushärten. So entstehen Profile mit konstantem Querschnitt – Träger, Rohre, Geländerprofile, Kabeltrassen – in gleichbleibend hoher Qualität und prozessseitig endloser Länge – praktisch begrenzt der Transport auf rund 12 Meter.
Wo GFK am Bau glänzt
- Fassaden und Verkleidungen: leichte, witterungsbeständige Paneele und Cladding für große Gebäude.
- Brücken und Stege: Fußgängerbrücken, Brückendecks und Laufstege, wo Korrosionsfreiheit zählt.
- Infrastruktur: Masten, Kabeltrassen, Plattformen in chemisch belasteter Umgebung.
- Energieeffizienz: GFK leitet Wärme schlecht und wirkt als Thermotrennung – es verhindert Wärmebrücken, die bei Stahl und Beton ein Problem sind.
Ein gewichtiges Argument ist buchstäblich das Gewicht: Pultrudierte Profile können bis zu rund 75 Prozent leichter sein als Stahlpendants. Die Festigkeit ist dabei vergleichbar, die Steifigkeit aber nicht: Zugelassene Profile erreichen rund 32.000 bis 36.500 N/mm² gegenüber etwa 210.000 bei Stahl – Verformung und Stabilitätsnachweise bestimmen deshalb die Bemessung, nicht die Bruchlast. Beim Brandschutz, traditionell eine GFK-Schwäche, helfen Phenol- und Methacrylatharze mit halogenfreiem Flammschutz; die derzeit bauaufsichtlich zugelassenen tragenden GFK-Profile erreichen allerdings nur Brandklasse E.