Steigleitungen (Riser) und Flowlines verbinden den Meeresboden mit der Plattform an der Oberfläche. In ultratiefem Wasser (über 3.000 m) wird das Eigengewicht der Leitung selbst zum Problem – und Salzwasser greift Stahl an. Thermoplastische Composite-Rohre (TCP) lösen beides: Sie bestehen aus endlosfaserverstärktem Thermoplast, rosten nicht, sind deutlich leichter und lassen sich auf Trommeln aufrollen.
Die Ankündigung: ein hybrides Flexrohr von Baker Hughes und Strohm
Baker Hughes und der TCP-Spezialist Strohm haben 2026 eine Zusammenarbeit für ein hybrides flexibles Rohr (HFP) angekündigt. Die Idee: TCP ersetzt im klassischen Flexrohr die innere Tragstruktur (Carcass, Liner, Druckpanzer), während bewährte Elemente wie der Zugpanzer und die Endverbinder erhalten bleiben.
- Gewicht: rund 50 % leichter als konventionelle Flexrohre; etwa 40 % weniger Hängelast in Tiefen über 3.000 m.
- Korrosion: thermoplastische Composite-Struktur rostet nicht – ein zentraler Vorteil im Salzwasser.
- Handhabung: aufrollbar (spoolable), schnellere Installation.
- Reife: kommerzielle Verfügbarkeit ab 2028 angepeilt; die Kennzahlen sind Herstellerangaben.
Der Stand ist damit eine Ankündigung, kein Feldbericht: Qualifiziert wird das Rohr erst noch. Als Anwendungsfeld wächst TCP trotzdem, perspektivisch auch für Wasserstoff- und Wasser-Infrastruktur. Es ergänzt das gewickelte oder geschleuderte GFK-Rohr des Anlagenbaus um eine endlosfaserverstärkte, voll verschweißbare Thermoplast-Variante.