Automatisierte Faserablage (AFP) ist stark bei größeren, zusammenhängenden Flächen. Doch bei stark gekrümmten 3D-Formen, lokalen Verstärkungen oder Mischbauweisen stößt sie an ihre Grenzen – solche Teile bleiben oft teure Handarbeit. Genau diese Lücke schließt Fiber Patch Placement (FPP): Ein Roboter schneidet, greift und platziert einzelne Faser-Patches gezielt und in definierter Ausrichtung.
Was FPP besonders macht
- Komplexe 3D-Geometrien und Bereiche mit wechselnder Wandstärke lassen sich automatisiert belegen.
- Lokale Verstärkungen entstehen materialsparend genau dort, wo Last anliegt.
- Mischbauweisen (verschiedene Fasern/Materialien) sind in einem Prozess kombinierbar.
- Voll überwachter, automatisierter Ablauf – laut Anbieter Cevotec sind 20 bis 60 Prozent Kosten- und Taktzeitersparnis gegenüber konventionellen Verfahren möglich.
Stärke bei Wasserstoff-Druckbehältern
Ein besonders starkes Einsatzfeld sind die Dome – die gewölbten Endkappen von Druckbehältern. FPP ist die erste Technik, die Dom-Verstärkungen vollautomatisch direkt auf den Liner legt und sich mit vorhandenen Nass- oder Towpreg-Wickelanlagen kombinieren lässt. In einem Projekt erzielten Cevotec, Roth und CIKONI so eine Massereduktion von 15 Prozent am Composite-Behälter. Auf der JEC World 2026 zeigte Cevotec zudem einen Aerospace-Demonstrator für seriennahe Sekundärstrukturen.