Prepreg (von englisch pre-impregnated) ist Fasermaterial, das vom Hersteller bereits mit einer exakt abgestimmten Harzmenge getränkt ist. Das Harz ist nur teilweise angeliert (B-Stage) und bleibt klebrig, aber nicht flüssig. Verarbeitet wird Prepreg gekühlt, gelagert wird es tiefgefroren – sonst würde es langsam aushärten. Der Vorteil: ein perfekt reproduzierbares Faser-Harz-Verhältnis ohne manuelles Tränken.
Aushärtung im Autoklav
Klassisch härtet Prepreg im Autoklav aus – einem beheizbaren Druckkessel. Unter Vakuum, Überdruck und kontrolliertem Temperaturverlauf entsteht ein Laminat mit höchstem Faseranteil, minimaler Porosität und exzellenter Oberfläche. Das ist der Goldstandard für Luftfahrt und Motorsport. Der Preis: Der Autoklav ist teuer in Anschaffung und Betrieb, energieintensiv und begrenzt die Bauteilgröße auf das Kesselvolumen.
Der Trend: Out-of-Autoclave (OOA)
Genau hier setzt die wichtigste Entwicklung an: Out-of-Autoclave-Prepregs (OOA) härten allein unter Vakuum im Ofen aus – ohne Überdruckkessel. Möglich machen das speziell formulierte Harzsysteme, die auch ohne hohen Druck porenarme Laminate liefern. Der Markt wächst kräftig (rund 8 % pro Jahr), weil OOA die Investitionskosten gegenüber dem Autoklav um etwa 30–50 % senkt und größere Bauteile erlaubt. Niedertemperatur- und Snap-Cure-Harze verkürzen zusätzlich die Taktzeiten und sparen Energie.
Autoklav oder OOA?
| Kriterium | Autoklav | Out-of-Autoclave |
|---|---|---|
| Qualität / Porosität | höchste / minimal | sehr hoch / gering |
| Investition | sehr hoch | deutlich niedriger |
| Bauteilgröße | durch Kessel begrenzt | groß möglich |
| Energiebedarf | hoch | niedriger |
| Typischer Einsatz | Luftfahrt, Motorsport | Großstrukturen, EV, Luftfahrt |
Stärken und Grenzen
- Höchste und reproduzierbare mechanische Werte bei sehr hohem Faseranteil.
- Sauberer Prozess ohne manuelles Tränken, exakte Harzmenge.
- Aber: teures Material, Kühlkette und begrenzte Verarbeitungszeit (Out-Life).
- Anlagen- und Know-how-intensiv – nicht für die Hobbywerkstatt.