Ein Surfacing Mat (deutsch Oberflächenvlies, englisch auch surfacing veil) ist ein sehr feines, ungewebtes Glasvlies. Im GFK-Formenbau wird es als erste Verstärkungslage direkt hinter dem Gelcoat (der farbigen, glänzenden Deckschicht des Bauteils) einlaminiert. Anders als eine Glasmatte oder ein Gewebe trägt es kaum zur Festigkeit bei – seine Aufgabe ist die Oberflächenqualität.

Das Vlies ist extrem leicht und dünn. Übliche Flächengewichte liegen je nach Produkt und Datenblatt etwa zwischen 10 und 50 g/m² (häufig 30 g/m²), die Dicke meist um 0,3 mm. Die Fasern sind fein und gleichmäßig verteilt, das Vlies nimmt viel Harz auf (Richtwert grob 50–120 g/m², je nach Datenblatt). So entsteht hinter dem Gelcoat eine harzreiche Zwischenschicht von rund 0,2–0,3 mm.

Genau diese harzreiche Schicht ist der Trick gegen den sogenannten Print-Through (auch Faserdurchschlag): Ohne Vlies drücken sich die gröberen Faserstrukturen der nächsten Lage – etwa von CSM (Wirrfasermatte) oder Gewebe – mit der Zeit durch das dünne Gelcoat hindurch und zeichnen sich als Muster ab. Das Vlies hält die groben Fasern auf Abstand und fängt die Schrumpfspannungen ab, die beim Aushärten des Harzes entstehen (Volumenschwund je nach Harz grob 1–8 %).

Beim Material unterscheidet man vor allem zwischen Glasvlies und Synthesevlies. C-Glas (chemisch beständiges Glas) ist besonders säurebeständig und wird dort gewählt, wo es zusätzlich um Korrosions- und Chemikalienschutz geht (z. B. Behälter, Pool); E-Glas ist die günstige Standardvariante für die reine Oberflächenverbesserung. Daneben gibt es Vliese aus Polyester. Surfacing Mat lässt sich grundsätzlich mit Polyesterharz, Vinylesterharz und Epoxidharz verarbeiten – achte aber auf das Datenblatt: manche styrollöslichen Schlichten sind nur eingeschränkt für Epoxid freigegeben.

Im Detail

  • Verarbeitung in der PraxisBewährt hat sich: Form bzw. ausgehärtetes Gelcoat dünn mit Harz vorbenetzen, das trockene Vlies einlegen und mit weichem Pinsel oder kurzfloriger Rolle blasenfrei durchtränken. Das Vlies wird klar und transparent, sobald es vollständig mit Harz gefüllt ist – weiße Stellen zeigen trockene, ungetränkte Bereiche an.
  • Surfacing Mat oder TopcoatVlies und Topcoat (eine paraffinhaltige, klebfrei aushärtende Deckschicht) lösen unterschiedliche Probleme: Das Vlies wirkt von innen gegen Faserabzeichnung, der Topcoat versiegelt eine offene Rückseite. Im Formenbau kombiniert man je nach Bauteil oft beides.