Im Faserverbund übernehmen normalerweise Glas- oder Carbonfasern die Lastaufnahme. Beide sind energieintensiv in der Herstellung. Naturfasern – vor allem Flachs (Lein), aber auch Hanf oder Kenaf – sind eine nachwachsende Alternative: leicht, gut verfügbar und mit deutlich besserer Umweltbilanz.

Der Durchbruch 2026: vom Rennsport in die Serie

Der Materialhersteller Bcomp und die BMW Group bringen erstmals sichtbare Hochleistungs-Naturfaserteile an die Außenhaut von Serienfahrzeugen – etwa das Dach der nächsten BMW-M3-Generation. Die Teile sind homologiert, erfüllen also dieselben Sicherheits- und Strukturanforderungen wie herkömmliche Materialien, und sind im Motorsport (Formula E, DTM, GT4) erprobt.

Was Naturfasern können

  • CO₂-Vorteil: Ersetzt man im M3-Dach Carbon durch Bcomps Naturfaser, sinkt der CO₂-Ausstoß in der Produktion um rund 40 %.
  • Leichtbau: spürbare Gewichtsersparnis gegenüber konventionellen Werkstoffen.
  • Optik: die natürliche Faserstruktur ist als Designelement sichtbar nutzbar.
  • Lebensende: bessere Verwertbarkeit als Carbonverbund.

Wie sie verarbeitet werden

Bcomp liefert die Fasern als Gewebe (ampliTex) und als rippenförmige Verstärkung (powerRibs), die ein Bauteil gezielt aussteift. Verarbeitet wird mit etablierten Verfahren – unter anderem RTM und Prepreg. Für GFK-Betriebe ist das wichtig: Es braucht keine völlig neue Anlage, sondern bekannte Prozesse.