PET-Schaum ist ein steifer Kunststoffschaum aus Polyethylenterephthalat – demselben Material wie PET-Getränkeflaschen. Im GFK-Formenbau dient er als Kernmaterial in der Sandwich-Bauweise: Zwischen zwei dünne, feste Faserlagen (die Decklagen) wird der leichte Schaum geklebt. Das Ergebnis ist ein Bauteil, das bei wenig Gewicht deutlich steifer ist als ein gleich schweres massives Laminat – ähnlich wie bei einem stabilen Karton, der seine Steifigkeit aus der gewellten Mittelschicht zieht.

Der Schaum ist geschlossenporig. Das heißt: Die einzelnen Zellen sind voneinander abgeschottet und nicht offen miteinander verbunden. Dadurch nimmt der Kern beim Laminieren und besonders bei der Vakuuminfusion (Harz wird unter Vakuum durch das Bauteil gesaugt) nur wenig Harz auf. Das spart Gewicht und Harzkosten und macht das Verhalten gut planbar. Ein Pluspunkt von PET: Es wird häufig aus recyceltem Material (zum Beispiel gebrauchten PET-Flaschen) hergestellt und ist selbst wieder recycelbar.

Wichtigste Eigenschaften: PET-Schaum ist thermoplastisch, das heißt er wird bei Hitze weich und lässt sich umformen (er ist aber nicht von sich aus schwer entflammbar – dafür gibt es eigene FR-Typen). Er ist chemisch stabil, UV-beständig, nimmt kaum Wasser auf, gilt als ermüdungsfest und lässt sich gut um Rundungen biegen. Alle Kennwerte sind Richtwerte und je nach Produkt und Datenblatt sehr unterschiedlich – sie steigen mit der Dichte. Typische Kern-Dichten liegen etwa zwischen 60 und 200 kg/m³ (Sondertypen mehr). Die thermische Belastbarkeit liegt grob bei 100 °C im Dauereinsatz und bis etwa 150 °C kurzzeitig in der Verarbeitung – der genaue Wert hängt vom Typ ab. Höhere Dichte bedeutet mehr Druck- und Schubfestigkeit, aber auch mehr Gewicht.

Im Detail

  • Vergleich zu PVC-SchaumPET-Schaum erreicht mechanische Eigenschaften, die geschlossenporigem PVC-Schaum ähnlich sind, gilt aber oft als günstiger, gut recycelbar und thermisch gutmütig ohne starkes Nachgasen beim Tempern. PVC-Schaum bietet dafür teils höhere Festigkeitswerte bei gleicher Dichte – die Wahl hängt vom Bauteil und vom Datenblatt ab.
  • Verarbeitung im SandwichDer Kern wird zwischen die Faserlagen geklebt; bei der Infusion sorgt ein eingefrästes Rillen- oder Lochmuster für den Harzfluss durch das Bauteil. Die geschlossenen Poren halten die Harzaufnahme gering. Manche Typen haben zusätzlich versiegelte Oberflächen, um noch weniger Harz aufzusaugen.

Mehr dazu: Kernmaterialien & Sandwichbauweise: Schaum, Balsa und Wabe