Ein Composite-Bauteil kann außen makellos aussehen und innen einen kritischen Fehler verbergen. Genau deshalb ist die zerstörungsfreie Prüfung (englisch NDT, Non-Destructive Testing) im Faserverbund so wichtig: Sie deckt Defekte auf, ohne das Bauteil zu beschädigen. Typische Fehler sind Delamination (Ablösen einzelner Lagen), Poren, Lufteinschlüsse und Anbindungsfehler (Debonding).

Die wichtigsten Prüfmethoden

  • Ultraschall (UT/PAUT): Schallwellen spüren innere Fehler auf. Moderne Phased-Array-Systeme (PAUT) liefern hohe Auflösung und Geschwindigkeit, auch an komplexen Geometrien.
  • Thermografie (IRT): Wärmebilder zeigen Fehlstellen anhand unterschiedlicher Wärmeleitung – schnell und flächig.
  • Schallemission (AET): „Lauschen“ auf Risse, die unter Last Geräusche aussenden.
  • Röntgen-Computertomografie (CT): liefert ein dreidimensionales Innenbild, sehr genau, aber aufwendig.
  • Wirbelstrom (ECT) und Radiografie: ergänzende Verfahren für spezielle Fälle.

Multimodal und im Betrieb: SHM

Keine Methode sieht alles. Deshalb kombiniert man sie zunehmend – etwa Phased-Array-Ultraschall mit Puls-Thermografie: Der Ultraschall sieht tief, die Thermografie die oberflächennahen Anomalien. Solche multimodalen Systeme erhöhen die Trefferquote und reduzieren Fehlalarme. Ein Schritt weiter geht das Structural Health Monitoring (SHM): Hier sind Sensoren (z. B. Glasfaser-Bragg-Gitter oder Dehnungssensoren) fest im Bauteil verbaut und überwachen es dauerhaft im Einsatz – vom Windblatt bis zum Schiffspropeller.