Ein GFK-Bauteil besteht aus mehreren übereinander laminierten Lagen aus Faserstoff (z. B. Glasgewebe) und ausgehärtetem Harz. Diese Lagen müssen fest miteinander verbunden sein, damit sie Kräfte gemeinsam tragen. Delamination bedeutet, dass sich zwei oder mehr dieser Schichten voneinander lösen – es entsteht ein Spalt oder Hohlraum zwischen den Lagen. Der Verbund „blättert“ sozusagen auf.

Das Tückische daran: Außen sieht das Bauteil oft noch intakt aus, doch genau an der Trennstelle trägt es kaum noch Last. Eine einzelne Lage hält nämlich bei Weitem nicht so viel aus wie der feste Verbund. Deshalb gilt Delamination als einer der gefährlichsten GFK-Schäden – sie kann zu plötzlichem Versagen führen, ohne sich vorher deutlich anzukündigen.

Delamination entsteht entweder schon bei der Herstellung oder später im Betrieb. Häufige Herstellungsursachen sind: Lufteinschlüsse zwischen den Lagen (Blasen, die nicht ausgerollt wurden), schlechte Tränkung der Fasern (das Harz benetzt die Fasern nicht vollständig), Verunreinigungen an der Oberfläche (Fett, Staub, Trennmittelreste, Fingerabdrücke) sowie ein zu langer Abstand zwischen zwei Lagen ohne richtiges Anschleifen. Im Betrieb sind es vor allem Schlag- und Stoßbelastungen (Impact) sowie eindringende Feuchtigkeit, die die Schichten trennen.

Erkennen lässt sich Delamination im einfachsten Fall durch den Klopftest: Man klopft mit einer Münze oder einem kleinen Hammer über die Fläche und achtet auf Klangunterschiede. Ein heller, klarer Ton zeigt festen Verbund, ein dumpfer, hohler Ton deutet auf eine Ablösung darunter hin. Genauer arbeiten Fachbetriebe mit Ultraschall- oder Thermografieprüfung, die Lage und Größe der Fehlstelle sichtbar machen.

Im Detail

  • Trennung schon bei der HerstellungLufteinschlüsse, schlecht getränkte Fasern und Trennmittel- oder Fettreste zwischen den Lagen verhindern, dass sich die Schichten richtig verbinden. Solche Fehler sind von außen oft nicht sichtbar und werden erst unter Last zum Problem.
  • Sekundärverklebung als SchwachstelleWird auf bereits ausgehärtetes Laminat weiterlaminiert (statt nass-in-nass), entsteht eine reine Klebeverbindung statt eines durchgehend vernetzten Verbunds. Ohne gründliches Anschleifen und Entfetten der Fläche ist diese Fuge besonders delaminationsgefährdet.
  • Schlag, Feuchtigkeit und SandwichStoßbelastung kann Lagen innerlich trennen, ohne außen Spuren zu hinterlassen. Bei Sandwich-Bauteilen löst sich oft die Deckschicht vom Kern, etwa wenn Feuchtigkeit über Schraubenlöcher oder Risse eindringt.

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