Das Stützlaminat, oft auch Skin Coat oder Feinschicht genannt, ist die erste Faserschicht, die direkt hinter den Gelcoat laminiert wird. Der Gelcoat ist die dünne Harz-Deckschicht, die später die sichtbare, glatte Oberfläche der Form oder des Bauteils bildet. Das Stützlaminat liegt also genau zwischen dieser empfindlichen Oberflächenschicht und dem dahinterliegenden Tragwerk aus dickeren Fasern. Es hat zwei Hauptaufgaben: den Gelcoat sicher anzubinden und ihn vor dem Durchzeichnen der groben Fasern zu schützen.

Verwendet wird eine feine, harzreich getränkte Lage. Je nach Werkstatt und Datenblatt ist das entweder ein sehr dünnes Glasvlies (Surfacing Mat, Richtwert um 30 g/m²) als reine Feinschicht oder eine feine Wirrfasermatte (CSM, oft 150–225 g/m²) als erste Anbindungslage. Beide Varianten sind dünn und nehmen viel Harz auf – das ist gewollt: Die harzreiche Schicht legt sich satt an den Gelcoat an, lässt sich nahezu blasenfrei tränken und bildet einen weichen Puffer zur nächsten, deutlich gröberen Lage. Würde man stattdessen sofort ein schweres Gewebe direkt hinter den Gelcoat legen, zeichnet sich dessen Struktur mit der Zeit an der Oberfläche ab – dieser Effekt heißt Print-Through (Durchzeichnen).

So wird Print-Through gezielt vermieden. Die feinen Fasern des Stützlaminats sind so dünn, dass ihre Struktur nicht durch den Gelcoat sichtbar wird, und sie halten die grobe Lage auf Abstand zur Oberfläche. Zugleich verbessert die harzreiche Anbindung die Haftung des Gelcoats und beugt einer späteren Ablösung (Delamination) vor, besonders an Kanten und großen Flächen. Wichtig ist, dass keine Luft zwischen Gelcoat und erster Lage eingeschlossen bleibt: Luftblasen müssen sorgfältig ausgerollt werden, da sie sonst später zu kleinen Hohlstellen oder Pinholes (winzige Löcher) an der fertigen Oberfläche führen.

Im Detail

  • Erst Gelcoat angelieren lassenDas Stützlaminat wird nicht in den nassen Gelcoat laminiert, sondern erst, wenn der Gelcoat angeliert ist (klebrig, aber nicht mehr flüssig – der sogenannte handschuhtrockene Zustand, je nach Produkt und Temperatur grob 30–60 Minuten). Sonst kann der Gelcoat aufschwimmen oder verlaufen.
  • Material und FlächengewichtRichtwert ist ein dünnes Glasvlies um 30 g/m² oder eine feine CSM um 150–225 g/m²; die genaue Wahl hängt vom Verfahren und Datenblatt ab. Erst danach folgen schwerere Lagen für die Festigkeit.
  • Blasenfrei anrollenDie Lage wird vollständig mit Harz getränkt und mit einem Entlüftungsroller blasenfrei an den Gelcoat angedrückt. Eingeschlossene Luft direkt hinter dem Gelcoat ist eine der häufigsten Ursachen für Pinholes und Hohlstellen in der Form.
  • Exotherme im Blick behaltenNach der dünnen Skin Coat sollte man den Laminataufbau kontrolliert fortführen und nicht zu viele dicke Lagen auf einmal aufbringen. Zu starke Wärmeentwicklung (exotherme Reaktion) während des Aushärtens kann Spannungen und späteres Durchzeichnen verstärken.

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