PSA steht für Persönliche Schutzausrüstung. Gemeint ist alles, was man am Körper trägt, um sich bei der Arbeit vor Gefahren zu schützen: Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutzmaske und passende Kleidung. Im GFK-Formenbau (GFK = glasfaserverstärkter Kunststoff) ist PSA kein Beiwerk, sondern Pflichtausrüstung – denn man hantiert mit reizenden Harzen, flüchtigen Lösemitteln und feinem Schleifstaub.

Die Belastung kommt aus mehreren Richtungen. Polyester- und Vinylesterharze enthalten Styrol, ein Lösemittel, das stark riecht und dessen Dämpfe Kopfschmerzen, Schwindel und Augenreizungen verursachen können. Epoxidharze und ihre Härter (oft Amine) sind kein Geruchsproblem, können aber bei wiederholtem Hautkontakt Ekzeme und dauerhafte Allergien auslösen. Beim Schleifen ausgehärteter Bauteile entsteht zusätzlich feiner Glasfaser- und Harzstaub, der Haut, Augen und Lunge reizt. PSA setzt genau an diesen Eintrittspforten an: Haut, Augen, Atemwege.

Chemikalienschutzhandschuhe müssen für die tatsächlich verwendeten Harze, Härter und Reiniger geeignet sein. Material, Dicke und Wechselzeit nach Sicherheitsdatenblatt und geprüften Herstellerangaben auswählen. Nitril ist für manche Harzsysteme geeignet, aber keine Universallösung für Lösemittel: Bei Aceton sind übliche dünne Nitrilhandschuhe ungeeignet; häufig kommen geeignete Butylkautschuk-Handschuhe infrage. Für Epoxidharze können Nachweise nach GS-PS-20 die Auswahl unterstützen. Eine passende Schutzbrille schützt vor Spritzern, Schutzkleidung verhindert die Verschleppung auf Haut und Alltagskleidung. Auch Atemschutz muss zur jeweiligen Belastung passen.

Gasfilter, Partikelfilter und Kombinationsfilter erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Gegen Styroldämpfe kommen unter geeigneten Einsatzbedingungen Filter des Typs A infrage; A1 und A2 kennzeichnen unterschiedliche Aufnahmekapazitäten, keine pauschale Erlaubnis für längere Arbeit. Beim Spritzen sind zusätzlich Aerosole zu berücksichtigen. Aceton ist ein Niedrigsieder: Ein A2-Filter ist dafür nicht vorgesehen. Bei reinem Aceton können AX-Filter innerhalb ihrer Einsatzgrenzen infrage kommen; bei entsprechenden Lösemittelgemischen nennt die DGUV Isoliergeräte. Partikelmasken schützen gegen geeignete Stäube, aber nicht gegen Dämpfe. Geräteauswahl und Filterwechsel richten sich nach Gefährdungsbeurteilung und Herstellerangaben.

Im Detail

  • PSA ersetzt keine LüftungPSA ist die letzte Schutzstufe, nicht die erste. Vorrang haben technische Maßnahmen wie gute Belüftung oder Absaugung, die die Schadstoffe gar nicht erst in die Atemluft kommen lassen. Erst was dann noch übrig bleibt, fängt die PSA ab.
  • Exposition beurteilen, nicht nach Geruch entscheidenArbeitsplatzgrenzwerte helfen bei der Beurteilung der Exposition. Geruch ist dafür kein verlässlicher Messwert und zeigt auch nicht sicher das Ende der Filterstandzeit an. Erforderlichen Schutz anhand der Stoffe, Tätigkeiten und ermittelten Belastung festlegen; unbekannte Konzentrationen nicht durch einen beliebigen Filter abdecken.
  • Sicherheitsdatenblatt lesenWelche PSA konkret nötig ist, steht im Sicherheitsdatenblatt jedes Harzes und Härters (Abschnitt 8). Dort sind Handschuhmaterial, Durchbruchzeit und Filterklasse produktbezogen angegeben – diese Angaben gehen pauschalen Empfehlungen vor.

Mehr dazu: Arbeitsschutz im GFK-Formenbau: Gefährdungsbeurteilung, Grenzwerte, Vorsorge