Im GFK-Formenbau wird mit reaktiven Chemikalien gearbeitet – das gehört zum Handwerk, verlangt aber konsequenten Schutz. Die wichtigsten Gefahrenquellen sind Styroldämpfe aus Polyesterharzen, hautsensibilisierende Epoxidkomponenten und Schleifstäube. Wer sie kennt, kann sie gezielt beherrschen.

Styrol: das Verfahren macht den Unterschied

Styrol verdunstet aus offen verarbeitetem Polyesterharz und ist gesundheitsschädlich. Wie stark die Belastung ist, hängt massiv vom Verfahren ab. Eine aktuelle Studie maß mittlere Styrolwerte von rund 18,7 ppm beim Faserspritzen, 12,4 ppm beim Handlaminat und nur 6,4 ppm bei geschlossenen Formverfahren. Mit steigender Belastung nahm der Anteil von Beschwerden deutlich zu. Die Lehre: Je geschlossener der Prozess und je besser die Absaugung, desto geringer das Risiko.

Epoxid: vor allem ein Hautthema

Epoxidharze sind weniger flüchtig, aber starke Hautsensibilisierer. Der Hauptbestandteil DGEBA gehört zu den häufigsten Auslösern von berufsbedingter Kontaktdermatitis; auch bestimmte Härter (Amine, Anhydride) sensibilisieren. Besonders tückisch ist das Schleifen teilausgehärteter Bauteile – der Staub erhöht das Sensibilisierungsrisiko.

Die wirksamsten Maßnahmen

  • Absaugung und Lüftung dort, wo Dämpfe und Stäube entstehen.
  • Geschlossene Verfahren bevorzugen (Infusion/RTM statt offenem Spray-up).
  • Hautkontakt vermeiden: Handschuhe, Schutzkleidung, kein direkter Harzkontakt.
  • Atemschutz beim Schleifen (Staub-/Partikelmaske bzw. Atemschutz).
  • Substitution prüfen: emissionsärmere (low-styrene) Harze, weniger sensibilisierende Systeme.