Solarzellen aufs Autodach zu bringen klingt einfach, ist es aber nicht: Klassische Glas-Module sind schwer, starr und vertragen keine Krümmung. Hier verbinden sich zwei Welten – Photovoltaik und Faserverbund. Bei der fahrzeugintegrierten Photovoltaik (VIPV) werden Solarzellen in leichte Composite-Strukturen eingebettet, die zugleich tragen, schützen und Strom liefern.

Sandwich aus Glasfaser und Zellen

Ein Forschungsteam hat bifaziale VIPV-Module gebaut, indem Solarzellen zwischen Lagen aus glasfaserverstärktem Composite eingebettet und das Harz per Vakuuminfusion bei Raumtemperatur ausgehärtet wurde. Das Ergebnis ist ein Sandwich, das bei gleichem Gewicht rund neunmal steifer ist als ein Aluminiumblech – und sich an gekrümmte Dachflächen anpassen lässt. Solche Module sollen unter anderem in einem Solar-Wettbewerbsfahrzeug eingesetzt werden.

Nutzen und Hürden

  • Reichweite: zusätzlicher Solarstrom verlängert die Fahrstrecke und entlastet das Laden.
  • Leichtbau: das Composite-Sandwich spart Gewicht gegenüber Glas-Modulen.
  • Form: gekrümmte Dächer werden nutzbar.
  • Hürde: VIPV arbeitet unter wechselndem, oft teilweise verschattetem Licht – die Modul- und Verschaltungsarchitektur muss das ausgleichen.