Beim Vakuum-Infusionsverfahren und beim RTM (Resin Transfer Moulding) wird trockenes Fasermaterial in eine geschlossene Form eingelegt und dann mit Harz durchtränkt. Das Problem: Sobald die Form zu ist, sieht niemand mehr, ob das Harz überall angekommen und vollständig ausgehärtet ist. Genau hier setzt „Cure Monitoring“ an – die laufende Überwachung der Aushärtung.

Was die Sensoren messen

  • Harzankunft / Fließfront: Ist das Harz an einer kritischen Stelle schon angekommen?
  • Viskosität: Wie zäh ist das Harz gerade?
  • Aushärtegrad und Tg (Glasübergangstemperatur): Wann ist das Bauteil wirklich fest?

Üblich ist die dielektrische Messung (DC): Über kleine Sensoren im Werkzeug werden elektrischer Widerstand und Temperatur des Harzes erfasst. Daraus lässt sich der gesamte Aushärteverlauf ablesen. Anbieter wie Synthesites – 2026 erneut Finalist beim JEC-Innovationspreis – bieten solche Systeme an; auch NETZSCH nutzt diese Sensortechnik.

Der konkrete Nutzen

  • Weniger Ausschuss: Fehler bei Tränkung oder Aushärtung fallen sofort auf.
  • Schneller entformen: Man wartet nicht „sicherheitshalber“ zu lange, sondern entformt, sobald die Messung es freigibt – gerade beim Light-RTM ein echter Zeitvorteil.
  • Reproduzierbar: Jedes Bauteil läuft nach denselben, messbar belegten Bedingungen.

Die Technik funktioniert über viele Harzsysteme hinweg – von klassischen Duroplasten über RTM und Prepreg bis zu reaktiven Thermoplasten wie Elium. Forschungsgruppen wie das Purdue CMSC setzen Fluss-Sensoren an den kritischen Stellen (Harzeinlass und -auslass) ein, um Tränkung und Aushärtung gezielt zu regeln.