Der Vakuumsack (englisch Vacuum Bag) ist die gasdichte Folie, die beim Vakuumverfahren über das frische Laminat und die Form gelegt wird. Saugt eine Pumpe die Luft heraus, entsteht ein Unterdruck. Der außen anliegende normale Luftdruck presst die Folie dann gleichmäßig auf den Aufbau. So werden die Faserlagen zusammengedrückt, eingeschlossene Luft wird entzogen und überschüssiges Harz herausgepresst. Laminat ist dabei der Verbund aus Fasern und ausgehärtetem Harz.

Der Trick ist einfach: Vakuum heißt, dass im Inneren fast keine Luft mehr ist. Mehr als rund 1 bar Anpressdruck sind physikalisch nicht möglich, weil der Außendruck die Obergrenze bildet. Erreicht die Pumpe etwa 0,9 bar Unterdruck (also rund 100 mbar Restdruck), entspricht das etwa 9 Tonnen Pressdruck pro Quadratmeter – und das gleichmäßig über jede Form, ohne teure Presse. Genau das macht das Verfahren so beliebt.

Der Sack ist nie das einzige Material. Unter ihm liegt ein ganzer Aufbau (Bagging-Stack): direkt auf dem Laminat ein Abreißgewebe, darüber eine nichthaftende Lochfolie und darauf ein luftdurchlässiges Saugvlies (Breather). Das Vlies verteilt das Vakuum gleichmäßig und nimmt das durch die Lochfolie austretende Harz auf. Erst ganz oben kommt der Vakuumsack selbst, am Formrand luftdicht mit einem klebrigen Dichtband (Tacky Tape) verklebt.

Folie ist nicht gleich Folie. Verbreitet sind mehrlagige Nylon- bzw. Polyamid-Folien, daneben Polyethylen-Typen. Sie unterscheiden sich vor allem in Temperaturbeständigkeit und Dehnung – Richtwerte je nach Produkt und Datenblatt: einfache Folien oft bis etwa 120–180 °C, spezielle Autoklav-Folien für Prepregs auch bis 200 Grad und mehr. Übliche Folien dehnen sich um die 300–500 Prozent, bleiben danach aber verformt und sind nicht dauerelastisch.

Im Detail

  • Schlauchfolie oder FlachfolieFertige Folienschläuche eignen sich gut für schlanke, langgestreckte Teile, neigen aber zu Falten. Flachfolie wird über die Form gelegt und am Rand verklebt; an Kanten und Ecken legt man bewusst großzügige Falten, damit die Folie überall satt anliegt und nicht reißt.
  • Dichtheit als KnackpunktBeim reinen Verpressen von Handlaminat (Wet-Lay) wird ein kleiner Leckluftstrom toleriert, solange die Pumpe ihn ausgleicht. Bei der Vakuuminfusion dagegen muss der Aufbau praktisch absolut luftdicht sein, sonst zieht das einströmende Harz Luft mit und es entstehen Fehlstellen.