SMC steht für Sheet Moulding Compound, frei übersetzt plattenförmige Pressmasse. Es ist ein vorgefertigtes Halbzeug aus duroplastischem Reaktionsharz (meist ungesättigtes Polyester- oder Vinylesterharz), mineralischen Füllstoffen (z. B. Kreide oder Gesteinsmehl), geschnittenen Glasfasern und Additiven. Die Masse kommt als teigige, zwischen zwei Tragfolien eingebettete Matte vom Hersteller und wird im Werk zu fertigen Bauteilen verpresst. Typische Richtwerte: Glasfaseranteil rund 20–35 Prozent, Faserlänge etwa 25–50 mm, dazu ein hoher Füllstoffanteil – alles je nach Rezeptur und Datenblatt.

Die Herstellung der Matte läuft auf einer SMC-Anlage: Auf eine durchlaufende Tragfolie wird die Harz-Füllstoff-Paste dosiert, darüber rieselt ein Schneidwerk geschnittene Rovings (Glasfaserbündel) ein. Eine zweite Folie deckt ab, Walzen verdichten das Paket. Danach reift (verdickt) das Material einige Tage – meist mit Magnesiumoxid als Eindickmittel – bis es schnittfest und gut handhabbar ist. Wichtig: SMC enthält bereits Peroxid-Härter und Inhibitoren, der Anwender mischt nichts mehr an.

Verarbeitet wird SMC durch Heißpressen (auch Fließpressen genannt): Ein zugeschnittenes Stück wird in eine beheizte Stahlform gelegt, die Presse schließt, die Masse fließt unter hohem Druck in alle Konturen und härtet aus. Richtwerte: Werkzeugtemperatur etwa 130–170 °C, Pressdruck grob 50–300 bar, Zykluszeit rund 1–5 Minuten je nach Bauteildicke und -größe (je nach Anlage und Datenblatt). Spezielle Typen mit Low-Profile-Additiven (z. B. Thermoplastpulver) verringern die Schwindung und liefern lackierfähige Class-A-Oberflächen.

SMC ist damit ein klassisches Serienverfahren: hohe Stückzahlen, kurze Taktzeiten, gute Reproduzierbarkeit und komplexe Geometrien mit Rippen oder eingepressten Metalleinlegern in einem Schritt. Es grenzt sich vom BMC (Bulk Moulding Compound) ab, das als lose Klumpenmasse statt als Platte vorliegt und kürzere Fasern hat – SMC ist mit seinen längeren Fasern dadurch tragfähiger.

Im Detail

  • Reife und LagerungFrisches SMC muss vor dem Pressen einige Tage eindicken und ist danach nur begrenzt haltbar; es wird kühl gelagert, weil Reaktivharz und Peroxid sonst vorzeitig reagieren.
  • Oberfläche und SchwindungStandard-SMC schwindet beim Aushärten leicht und neigt zu Welligkeit. Low-Profile- und Low-Shrink-Typen mit Thermoplast-Zusätzen liefern maßgenaue, lackierfähige Oberflächen für Sichtteile.
  • SicherheitSMC enthält Styrol und organische Peroxide. Bei Lagerung und Verarbeitung auf Belüftung und Hautschutz achten; Peroxide nie mit Beschleunigern zusammenbringen. Beim Heißpressen entstehen Dämpfe, die abgesaugt werden müssen.

Mehr dazu: HP-RTM, SMC und BMC: Composite-Serienfertigung mit kurzen Taktzeiten