Beim Faserspritzen (Spray-up) übernimmt eine Spritzpistole, die sogenannte Chopper Gun, zwei Aufgaben zugleich: Sie schneidet Endlosroving in kurze Fasern und sprüht sie gemeinsam mit dem Harz in die Form. Anschließend wird mit der Rolle entlüftet und verdichtet. Das macht große, einfache Flächen sehr schnell und günstig – etwa Bootsteile, Behälter oder Verkleidungen.
Stärken und Schwächen
- Schnell und günstig für große Flächen und mittlere Stückzahlen.
- Flexibel bei Formen und Schichtdicken.
- Aber: kurze, zufällig orientierte Fasern bedeuten geringere Festigkeit als gerichtete Gewebe.
- Und: offene Verarbeitung führt zu hohem Styrolausstoß und schwankendem Gewicht.
Emissionen im Griff behalten
Faserspritzen verursacht die höchste Styrolbelastung aller offenen Verfahren – ein klares Thema für Arbeits- und Umweltschutz. Moderne Anlagen setzen deshalb auf emissionsärmere Technik: Spritzpistolen mit optimiertem Sprühbild (z. B. Graco RS) reduzieren den VOC-Ausstoß, low-styrene-Harze senken die Emissionen, und MACT-konforme Systeme halten die Vorgaben ein. Eine präzise Katalysator-Dosierung verbessert zudem Qualität und Materialausnutzung.