Ein Windrad besteht zu rund 90 Prozent aus gut recycelbaren Stoffen – Stahl, Kupfer, Beton. Das Problem sind die Rotorblätter: Sie bestehen aus Faserverbund (meist Glasfaser, teils Carbon) in ausgehärtetem Harz. Genau diese feste Verbindung aus Fasern und Harz lässt sich nur schwer wieder trennen – lange landeten ausgediente Blätter deshalb auf Deponien.
Das Deponieverbot ab 2026
Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen Windindustrie (koordiniert von WindEurope): keine Rotorblätter mehr auf die Deponie. Es ist noch kein EU-Gesetz – WindEurope fordert aber genau das, damit alle Mitgliedstaaten gleich handeln. Einige Länder (u. a. Deutschland) haben bereits eigene Deponieverbote.
Die Mengen wachsen schnell
- rund 20.000 Tonnen ausgediente Blätter im Jahr 2025
- geschätzt rund 55.000 Tonnen pro Jahr bis 2030
- besonders betroffen: Länder mit vielen älteren Anlagen wie Deutschland und Spanien
Vier Wege aus dem Müllproblem
- Wiederverwendung: ganze Blattabschnitte z. B. als Lärmschutz- oder Bauelemente.
- Mechanisches Schreddern: Zerkleinern zu Füll- und Verstärkungsstoffen.
- Zement-Co-Processing: Mitverbrennung im Zementwerk, Fasern werden Teil des Zements.
- Pyrolyse / chemisches Recycling: Harz aufspalten und Fasern zurückgewinnen.
Was die Hersteller tun
Siemens Gamesa hat mit dem „RecyclableBlade“ ein Blatt entwickelt, dessen Harz sich am Lebensende gezielt von den Fasern lösen lässt; rund 150 dieser Blätter werden im RWE-Offshorepark Sofia (1,4 GW) verbaut. Vestas wiederum spaltet mit dem CETEC-Verfahren herkömmliche Epoxidharze chemisch auf und bringt das gemeinsam mit Partnern wie Stena Recycling zur Marktreife.