Kaum ein Feld hat den GFK-Formenbau so geprägt wie der Bootsbau. Rümpfe, Decks und Aufbauten entstehen seit Jahrzehnten in großen Negativformen – und genau hier zeigt sich, wie sehr Formqualität und Verarbeitung über das Endergebnis bestimmen.

Vom Gelcoat zum fertigen Rumpf

Der Aufbau beginnt in der Form mit dem Gelcoat – der späteren Außenhaut des Boots. Darauf folgen Glasfaserlagen und, in belasteten Bereichen, ein Sandwichkern aus Schaum, der mit dünnen GFK-Lagen abgedeckt wird. Bei der Vakuuminfusion wird der gesamte Aufbau luftdicht abgedeckt, evakuiert und das Harz in jede Ecke gezogen.

  1. Gelcoat in die Form auftragen (Oberfläche des späteren Rumpfs).
  2. Glasfaserlagen und Sandwichkern (Schaum) einlegen.
  3. Vakuumaufbau abdichten und evakuieren.
  4. Harz einsaugen, aushärten lassen.
  5. Entformen, beschneiden, ausrüsten.

Sandwich und das Osmose-Problem

In Bereichen mit hoher Belastung – etwa der Slamming-Zone am Rumpfboden – sorgen Sandwichlaminate mit Schaumkern für Steifigkeit bei geringem Gewicht. Eine klassische Gefahr bei Polyester-Rümpfen ist die Osmose: Wasser dringt durch den Gelcoat, reagiert im Laminat und erzeugt Blasen. Vorbeugen lässt sich mit wasserbeständigeren Harzen (Vinylester oder Epoxid), einer Sperrschicht – und vor allem mit einem porenarmen Laminat. Genau das liefert die Vakuuminfusion: Da kaum Luft eingeschlossen wird, ist das Osmose-Risiko praktisch eliminiert.